Mittwoch, 05.08.2020 (32. KW)
Weihe der Basilika Santa Maria Maggiore (g)
 18. Woche im Jahreskreis
 Stundenbuch: 2. Woche
Corona-Pandemie:
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Wie geht das?
Tagesevangelium: Mt 15,21-28

In jener Zeit zog sich Jesus in das Gebiet von Tyrus und Sidon zurück.

Da kam eine kanaanäische Frau aus jener Gegend zu ihm und rief: ...  weiterlesen

Diomira Archiv   Dieser Beitrag erschien am 08.03.2012 im alten Diomira-System (2006–2018)

Blogger sind kein verlängerter Arm der Hierarchie

Medienbischof Fürst auf der Tagung Kirche im Web 2.0

von: diomira

Stuttgart (8. März 2012) Hoher Besuch zur jährlichen Tagung „Kirche im Web 2.0“ in der Katholischen Akademie. Der Medienbischof der Bischofskonferenz Gebhard Fürst nimmt an der eröffnenden Podiumsdiskussion teil und stellt das medientheoretische Impulspapier der publizistischen Kommission vor, das kürzlich von den deutschen Bischöfen herausgegeben wurde ( http://www.unilu.ch/files/ko_35.pdf ).  


Medienbischof Gebhard Fürst
Bild: dio

Brodelnde Gerüchteküche  
Im Vorfeld brodelte unter den Teilnehmern die Gerüchteküche. Der Bischof habe in seinen Bistumsmitarbeitern die Benutzung von Facebook verboten und sei auch sonst sehr restriktiv im Umgang mit sozialen Netzwerken. Keine gute Voraussetzung für einen Dialog mit den anwesenden Internetprofis aus dem kirchlichen Umfeld.  
 
Bekenntnis zur katholischen Bloggerszene  
Ob an den Gerüchten auch Wahres ist, kann und soll an dieser Stelle nicht erörtert werden. Bischof Fürst zeigte sich zwar auf dem technischen Terrain etwas unsicher, verblüffte am Ende mit einem klaren Bekenntnis zur autonomen katholischen Bloggerszene. Die kirchlichen Institutionen sollten die Blogger bei ihrem publizistischen Ehrenamt begleiten und Medienkompetenz vermitteln, jedoch damit Blogger nicht zum „verlängerten Arm der Hierarchie“ machen. Fürst sieht in den Bloggern „eine große Ressource, die wir nicht brach liegenlassen sollten.“  
 
Medialer Wettstreit: Jugendlicher trumpft über Bischof  
Mit verschmitztem Gesicht erzählt Fürst von einem eigenen multimedialen Versuch, eine tägliche Videobotschaft zum Advent ins Netz zu stellen. Die salbungsvollen Videoclips des Bischofs kommentierte ein engagierter Jugendlicher mit den Worten: „Wann sind Sie endlich fertig mit Ihrem Adventsgedöns“ – und machte ihm mit einem eigenen Adventsaktion im Internet vor, wie es seiner Meinung nach gehen sollte. Tatsächlich erreichte der Jugendliche mehr Klicks als sein Bischof. Fürst sah sich das Werk des Jugendlichen an und spricht auch heute noch mit leicht verklärtem Blick: „Das war etwas so anderes!“. Ein Generationenproblem, gewiss, aber auch ein ermutigendes Zeichen, dass die Amtsträger christliches Engagement im Netz durchaus zu würdigen wissen.  
 
Heranbildung von Medienkompetenz  
Nicht Informationsmangel ist das Problem, sondern verantwortliche Produktion und Nutzung der elektronischen Medien. Wichtig sei die Förderung von Medienkompetenz. „Wenn ich nur noch Meinungsmache und Halbinformation in die sozialen Netzwerke hineinbringe, dann sind die Menschen nur noch von Meinungen und Halbwahrheiten geprägt.“ Benötigt würden aufgeklärte Menschen mit Urteilskraft. Entsprechende Bildungsangebote würden von der Kirche projektiert. Dabei gibt es jedoch einen Wehrmutstropfen, so Kommissionsmitglied Prof. Büsch: „Die, die es am dringendsten bräuchten, erreichen wir mit unseren Angeboten am schlechtesten“ . /wet

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