Wir Europäer lieben es piccobello sauber. Die Werbung für Wasch- und Reinigungsmittel überbietet sich mit tollen Slogans. Reiner geht’s nicht, porentief rein, fasertief rein und wer weiß was alles. Supersauber soll es sein, glänzen und gut riechen soll es. Das ist vom Ansatz her sicher richtig, denn Ihrem Nachbarn in der Kirchenbank oder sonstwo würde es z.B. sehr wahrscheinlich missfallen, wenn Sie kräftig müffeln würden, als hätten Sie sich vier Wochen nicht gewaschen. Also, sauber soll es sein, bei uns zu Hause, in Gaststätten, im Lebensmittelmarkt usw. Und wenn es im Krankenhaus nicht ganz streng hygienisch zugeht, gefährden die Keime sogar das Leben der geschwächten Patienten.
Wir alle leben schließlich gerne und das soll auch noch eine ganze Weile so bleiben. Daher vermeiden wir übrigens auch weitgehend Risiken, die Gesundheit und Leben gefährden. Sie erinnern sich bestimmt noch an die Rinderseuche BSE, an die Vogelgrippe und andere schockierende Lebensmittel-Skandale. Sofort reagieren die Verbraucher und meiden die entsprechenden Produkte.
Doch wo ist da in der Praxis eine vernünftige Grenze? Wo wird aus dem berechtigten Schutz der eigenen Person oder der Gruppe schnell eine Ausgrenzung anderer Menschen?
Vor dieser Frage steht man manchmal ganz plötzlich: Gibt man z.B. jemand im Gottesdienst den Friedensgruß, der deutlich erkennbar erkältet ist und sich dauernd die Bakterien ins Taschentuch schneuzt? Besucht man jemanden im Krankenhaus, den eine vielleicht ansteckende Krankheit erwischt hat?
Und wie verhalte ich mich etwa gegenüber Leuten mit AIDS, wie verhalte ich mich gegenüber Mitmenschen, die auf die schiefe Bahn geraten sind? - Wie verhalte ich mich gegenüber sogenannten Pennern und wie gegenüber Asylbewerbern? - Und wie verhalte ich mich, wenn in meiner Straße ein Behindertenheim gebaut werden soll? ....
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Komplette Predigt mit vielen Linktipps
in "MEIN PREDIGTGARTEN"
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